so war Martins Tour vom 15. bis zum 18. August 2018 überschrieben.

Donnerstag, 15.8.: 14 °C – 16 °C, leichter Regen

Abfahrt zu acht an der Shell-Tankstelle in Deizisau mit einer Viertelstunde Verspätung und ersten kleinen Regentropfen. Zu wenig um den Regenkombi anzuziehen, und im Nordosten sieht’s auch schon wieder hell aus. Nachdem der Regen zwischendurch tatsächlich auch mal ganz aufgehört hat, ist es in Alfdorf doch angeraten, die Regenpelle überzuziehen.

Durch das Hohenlohische, vorbei an Rottenburg und ein Stück an der Tauber und am Stei­gerwald entlang, erreichen wir am frühen Nachmittag Großenseebach in Fran­ken, wo ein Besuch bei unserem ehemaligen Mitglied und Kassier Peter eingeplant ist. Bis dahin hatten wir immer wieder den Regen überholt – es regnete nicht stark, aber doch so viel, dass es ohne Regenkombi nicht ging, aber in jeder Pause hat er uns wieder eingeholt. Während uns Peter mit Kaltgetränken, Kaffee, selbstgekauftem Kuchen und Gebäck verköstigt hört es auf zu regnen, und einzelne packen gar die Regenklamotten weg.

Durch die Fränkische Schweiz mit einem Abstecher zur Basi­lika in Gößweinstein erreichen wir kurz vor halb sechs unsere Unterkunft in Weidenberg-Sophienthal, ca. 16 Kilometer östlich von Bayreuth.

Es gab zwar noch ab und zu ein paar Regentropfen, aber nichts dramati­sches. Trotz der nicht ganz optimalen Witterung war es ein schöner  Tag und die Stimmung in der Gruppe gut. Während des Abendessens (teuerstes Gericht auf der Karte 8 €) scheint sogar noch die Abendsonne durchs Wirtshausfenster.

Freitag, 16.8.: 14 °C – 19 °C, bedeckt, trocken

Anfangs sind sich Navigationsgerät und Tourguide noch nicht ganz grün, was zu einer ersten kurzen Schottereinlage und einem Wendemanöver in einem Hof führt. Anschließend funktio­niert es zwischen den beiden deutlich besser und wir fahren auf schönen kleinen Straße durch das Fichtelgebirge zur deutsch-tschechischen Grenze bei Schirnding. Weiter geht es durchs Nejdeker Bergland, vorbei an riesigen abgeernteten Getreidefeldern.

Eine kleine Unachtsamkeit in einer Baustelle sorgt für Aufregung: ein Mitfahrer übersieht eine Längskante und stürzt. Da er keine körperlichen Einbußen auf­weist kann die Fahrt nach einer Erholungsphase, dem Abbau des zerbro­chenen Windschilds und der notdürftigen Fixierung der Instrumente fortgesetzt werden.

Vor dem erneuten Grenz­übertritt bei Johanngeor­genstadt noch kurz getankt soll es im großen Bogen gegen den Uhrzeigersinn in die Musik­stadt Klingenthal gehen. Aber ganz so einfach ist das heute nicht. In Schwarzenberg ist die Straße ohne Vorankündigung wegen Bauarbeiten gesperrt, und keine Umleitung ausgeschil­dert. Es ist auch kein Schleichweg zum Umfahren der gesperrten Strecke zu finden. Also fahren wir in die Baustelle ein und fragen freundlich bei zwei Bauarbeitern an, ob sie eine Umfahrung wissen, oder ob es möglich ist, durch die Baustelle durchzufahren. Sie meinen es müsste schon gehen, und tatsächlich, es geht ziemlich problemlos.

Etliche Kilometer vor Klingenthal dann die Ankündigung, dass die Durchfahrt nach Adorf nicht möglich sei. Macht uns nichts aus, denn wir wollen ja in die Tschechei und nicht nach Adorf. In Klingenthal angekommen sieht es plötzlich ganz anders aus: Ortsdurchfahrt ge­sperrt und auch keine Umleitung in die Tschechei ausgeschildert. Aber diesmal hilft uns die moderne Technik weiter. Das Navigationsgerät kennt eine Umfahrung, eine ziemlich aben­teuerliche, wie sich später herausstellt. Denn es geht auf einer Straße kaum breiter als ein Auto steil bergauf und am Hang entlang. Aber wir erreichen unbeschadet das andere Ende von Klingenthal, und das ist doch die Hauptsache.

Auf teils sehr schönen Straßen (tolle Streckenführung und toller Belag), teils sehr interessan­ten Straßen (tolle Streckenführung und Schlaglochsammlung) erreichen wir mit der Porzellanstadt Selb (z.B. Rosenthal) wieder deutschen Boden. Weiter durch den Naturpark Fichtelgebirge ist es auch nicht mehr weit zu unserer Unterkunft in Sophienthal.

Den Abend beschließen wir bei sieben Mal gebratener Forelle aus dem eigenen Teich, ein Mal Schweinebraten und bei fünfen darf’s noch ein gemischtes Eis mit / ohne Sahne sein.

Samstag, 17.8.: 15 °C – 22 °C, trocken

Manfred verabschiedet sich nach dem Frühstück und fährt mit seinen Kreuzschmerzen direkt nach Hause, Eva muss noch etwas erledigen und will das in Bayreuth tun. Also sind wir heute nur zu sechst unterwegs.

Warum sucht man eigentlich eine spezielle Route raus? Nach ca. 15 Kilometern die erste Baustelle. Auf der beabsichtigten Ersatzstrecke dann gleich die zweite (Baustelle bedeutet Straße gesperrt). Also widerwillig aber alternativlos Bundesstraße. Dabei begegnet uns Man­fred nochmal, der bei unserer Abfahrt noch beim Packen war. Er sieht uns aber nicht.

Dann weiter wie geplant von Neu­drossendorf nach Hollfeld und durch das wunderschöne Wiesenttal in Rich­tung Scheßlitz. Beim Würgauer Berg die nächste Über­raschung: keine Bau­stelle sondern Samstag, Sonn- und Feiertag für Motor­räder gesperrt. Herz­lichen Glück­wunsch – heute ist Samstag. Hätten wir doch Erzgebirge (war gestern) und Frankenwald ge­tauscht. Hilft alles nichts, improvisieren ist – mal wieder – angesagt. Über Burg­kunstadt, bekannt vom Baur Groß­versand, Küps und Kronach führt der weitere Weg in den Frankenwald. Hier treffen wir auf die Frankenwaldhochstraße, die skurriler Weise nicht nur oben sondern auch unten im Tal verläuft.

Hinter Ludwigsstadt links abgebogen und auf tollen Straßen im großen Bogen nach Probst­zella und weiter nach Osten ins Thüringer Schiefergebirge. Hier gibt es einen Ort namens Lehrte, und in eben diesem Ort ist – welch Überrasch­ung – ohne Vor­warnung und Um­leitungsankündi­gung die Haupt­straße aufgeris­sen. Kein Durch­kommen! Nach kurzer Suche, bei der wir einen ebenfalls ratlos dreinschauenden schweizer Mopped­fahrer treffen, fin­det sich ein Schot­terweg, der offen­sichtlich als Umlei­tung genutzt wird. Hier erweist es sich als großer Vorteil voraus zu fahren, denn hinten ist es eine ziemlich stau­bige Angelegen­heit. Keine zehn Kilometer weiter wird dann schon die nächste Sperrung angekündigt: Teuschnitz ist von Norden her nicht erreichbar. Diesmal also wenigstens mit Vorwarnung. Statt kleiner Straße gibt’s Bundesstraße, dann Frankenwaldhochstraße nach Nordhalben und Geroldsgrün. Schon wieder Überraschung – nein, eigentlich ist es mittlerweile keine Überraschung mehr sondern Normalität: Wolfersgrün ist wegen baustellenbedingter Sperrung nicht erreichbar. Ein freundlicher Anwohner gibt uns eine Umleitungsempfehlung, zunächst eine schöne kleine Straße durch den Wald, von der eine noch kleinere in Richtung Wolfersgrün abzweigt. Diese mündet auch in die ursprünglich vorgesehene Straße ein, nur ist diese momentan ohne Belag, dafür mit einem roten Kreis auf weißem Grund geschmückt. Es ist Sams­tag, da haben auch Bauarbeiter frei, also lassen wir uns nicht abschrecken und fahren durch. Neben ‘Rennsemmeln’ á la Fireblade sind ja schließlich auch drei GSen dabei, die auch ihren Spaß wollen. Es werden eineinhalb Kilometer grober Schotter, und einzelne eben dieser GS-Fahrer bezeichnen sie als Geröllfeld. Aber FJR, Fireblade und Norge kommen problemlos durch.

Über die Münchberger Hochfläche mit Presseck und Marktleugast geht es nach Gefrees und Bad Berneck, wo es noch einen Abschlusskaffee bzw. ein Abschlusseis am Marktplatz gibt. Nun sind es nur noch wenige Kilometer über Gold­kronach und Weidenberg nach Sophienthal, wo für heute Abend Hirschgulasch mit Knödel und Blaukraut angekündigt ist.

Sonntag, 18.8.: 17 °C – 30 °C, sonnig und trocken

Schon wieder sind drei Tage um und es heißt Abschied nehmen vom Fichtelgebirge, das wir in Richtung Südwesten verlassen. Das Thermo­meter zeigt 17 °C und die Sonne scheint vom blauen Himmel.

In Neuhaus erreichen wir das idyllische Pegnitztal, dem wir in südlicher Richtung bis Happurg folgen. Weiter geht es über Altdorf, wo wir im schönen Stadtkern eine kurze Pause machen, nach Schwarzenbruck, Schwabach, Windsbach, Bechhofen, Dinkelsbühl, über die Ellwanger Berge nach Gschwend. Zwischendrin ist ein Durchfahrtsverbot für LKW mit dem Zusatz “Ortsdurchfahrt gesperrt”. Da wir keine LKW sind fahren wir recht unbeküm­mert weiter. Am Ortsein­gang scheint dann der LKW aus dem Durchfahrtsver­botsschild gefallen zu sein, denn plötzlich gilt es für alle. Da ich mich nicht veralbern lassen will hält uns das Schild nicht auf. Es ist auch nur der oberste Belag abgefräßt und die Baustelle problemlos zu bewältigen.

In Welzheim gibt’s noch eine Einkehr in der allseits bekannten Eisdiele. Bei mittlerweile 30 °C folgen Verabschiedung und die letzte Etappe nach Hause.

Vier sehr schöne Tage gehen zu Ende!

 

 

(Anm.d.R: mit einem großen Dank an Martin, der auch diesen Bericht verfasst hat)